PURE
Protein research Unit Ruhr within Europe
Das Europäische Proteinforschungsinstitut PURE wurde 2010 an der Ruhr-Universität Bochum mit Unterstützung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. International renommierte Proteinforscher der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen bündeln hier ihre Forschungsaktivitäten zur Früherkennung von Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer.
Mission
Interdiziplinäre Forschung
Unter dem Dach von PURE bilden fünf Forschungsschwerpunkte die tragenden Säulen. In einem einzigartigen, interdisziplinären und integrativen Ansatz werden Grundlagenforschung, angewandte und klinische Forschung zukunftsweisend zusammengeführt. Dies umfasst in einzigartiger Weise Studiendesign, Rekrutierung geeigneter Patientenkollektive, Bioprobengewinnung, die Probenlagerung sowie Management der Biobank. Die Kombination biologischer, biochemischer und physikalischer Plattformtechnologien bilden die Grundlage für die Identifikation und Validierung kombinierter Biomarker zur Früherkennung, Prävention und Therapie von Volkskrankheiten.
PURE basiert auf der interdisziplinären Kombination relevanter Fachgebiete der Proteinforschung. Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind effizient verknüpft, um Forschungsvorhaben im Bereich der personalisierten Medizin zu realisieren. PURE schafft Rahmenbedingungen, um neue diagnostische und therapeutische Konzepte mit Hilfe von Biomarkern zu entwickeln und Ergebnisse aus der Grundlagenforschung beschleunigt und zielgerichtet in die klinische Forschung und Praxis zu überführen.
Bessere Diagnostik- und Therapieverfahren in der personalisierten Medizin
Ziel ist es, Krebs und neurodegenerative Krankheiten mittels innovativer Biomarker bereits frühzeitig im noch symptomlosen Zustand zu erkennen. Dadurch können Diagnostik- und Therapieverfahren verbessert und so zur personalisierten Medizin beigetragen werden.
Vision
Wenn Proteine krank machen
Praktisch alle onkologischen und neurodegenerativen Erkrankungen lassen sich auf „defekte“ Gene bzw. Genprodukte, die Proteine, zurückführen. Proteine regeln sämtliche Lebensprozesse in der Natur und bestimmen unter anderem auch das Wachstum und die Teilung von Zellen. Ein einziges defektes Protein kann z.B. bereits die Creutzfeld-Jakob-Krankheit auslösen, die – wie Alzheimer - durch abnorme Proteinaggregation gekennzeichnet ist. Genetische Veränderungen, also Mutationen in Proteinen wirken oft krebserregend. Diese defekten Proteine können als Biomarker dienen, um Krankheiten bereits im frühen symptomlosen Zustand zu erkennen.
Krankheiten früher erkennen
Durch rasante technische Fortschritte in der Proteinanalytik können Proteine heute mit einer bisher unerreichten Empfindlichkeit analysiert werden. Ein detailliertes Verständnis der Proteininteraktionen aus der Grundlagenforschung gibt uns die große Chance, Erkrankungen im symptomlosen Zustand oder sehr frühzeitig zu erkennen (Prinzip der Sekundärprävention). Sind einzelne Proteine als „Key Player“ identifiziert, kann gezielt sowohl in die verursachenden Faktoren als auch in das Krankheitsgeschehen selbst - im Sinne einer frühzeitigen Therapie - eingegriffen werden. Sind diese Proteinbiomarker validiert, können sie auch zum Monitoring von Therapieverläufen bis hin zur Prädiktion von Therapieerfolgen eingesetzt werden. Dies ermöglicht eine individuelle, personalisierte Medizin mit neuen Therapieansätzen.
Ein kleiner Pieks zur Vorsorge
Ein Mal zum Blutabnehmen, eine Urinprobe, und alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen sind erledigt – das ist die Vision, die die Bochumer und Essener Forscher antreibt. Sie setzen dabei auf kriminalistische Methoden: So wie jeder Mensch einen einzigartigen Fingerabdruck hat, existiert für jede Erkrankung ein charakteristisches Proteinprofil. Bestimmte Proteine, die auch im gesunden Körper vorkommen, werden von kranken Zellen massenhaft überproduziert oder verändert. Sind diese Proteine und ihr Profil bekannt, kann man sie gezielt suchen, zum Beispiel im Blut oder Urin. Erkennt man Krankheiten wie Krebs oder die Alzheimerkrankheit bereits im frühen, aber noch symptomlosen Zustand, kann sehr viel schonender und erfolgreicher behandelt werden. Heute werden Krankheiten noch zu spät erkannt und müssen daher oft sehr aggressiv behandelt werden. Am Anfang der forschungen werden Blasen- und Leberkrebs, Alzheimerkrankheit und Parkinson im Mittelpunkt der Forschung stehen. Zusätzlich werden in PURE modernste analytische Techniken der Bioanalytik weiterentwickelt.

